Harmonikale Grundlagenforschung

 

Harmonikale Grundlagenforschung

Die harmonikale Grundlagenforschung ist eine mathematische Strukturwissenschaft, von der wesentliche Impulse für das ganzheitliche oder holistische Denken unserer Zeit ausgehen. Es handelt sich dabei um eine wissenschaftliche Ganzheitslehre, die historisch auf die Pythagoreer, PLATON (427-347 v. Chr.) und die Neuplatoniker zurückgeht und die spätestens seit JOHANNES KEPLER (1571-1630) als empirische Wissenschaft betrieben wird. Pythagoras, Königsportal, Kathedrale von ChartresInternational wurde die harmonikale Grundlagen- forschung auch als «Harmonik» bekannt, die versucht, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse streng empirisch und induktiv aufzubauen. Der Begriff «Harmonik» meint also nicht die übliche Harmonielehre (Akkordlehre), sondern die eben definierte wissenschaftliche Ganzheitslehre. Aus der Harmonik hat sich die harmonikale Naturphilosophie entwickelt, die die Struktur der Naturgesetze auf ganzzahlige Proportionen zurückführt. Wissenschaftstheoretisch entscheidend ist, daß durch die harmonikale Naturphilosophie die Reduktion auf das Meßbare und Quantifizierbare, wie sie GALILEO GALILEI (1564-1642) und JOHN LOCKE (1632-1704) vornahmen, aufgehoben wird. Durch die Intervallempfindung der ganzzahligen Proportionen werden nun qualitative Parameter wie Form, Gestalt oder Harmonie wieder Gegenstand der Wissenschaften, die in den mechanistischen Theorien von RENÉ DESCARTES (1596-1650) und ISAAC NEWTON (1643-1727) ausgeklammert wurden. Die Folge der mechanistischen Physik war, daß die neuzeitlichen Naturwissenschaften die Welt auf quantifizierbare kausal-determinierte Phänomene reduzierte - die Welt wurde zur Weltmaschine, die blindlings mechanischen Gesetzen folgt. In so einem materialistischen Weltbild wird natürlich der Geist als bloßes Epiphänomen chemisch-physikalischer Prozesse verstanden.

Ausgangspunkt für die harmonikale Betrachtungsweise ist die Tatsache, daß es in verschiedensten Seinsbereichen, nämlich in der belebten und unbelebten Natur, identische Normen gibt, denen einfache ganzzahlige Proportionen zugrundeliegen. Bei diesen einfachen Zahlenverhältnissen handelt es sich um die allgemein bekannten Intervallproportionen, die man als Grundlagen der Musik seit der Antike kennt (z. B. Oktave 1 : 2, Quinte 2 : 3 usw.). Der zunächst nur allgemein formulierte Gedanke einer umfassenden Weltharmonie besagt, daß eine Übereinstimmung zwischen den Gesetzen der Natur, im Menschen und in der Musik besteht. Den Nachweis dieser harmonikalen Gesetzmäßigkeiten führt die Harmonik durch Hinweise auf bestehende Analogien, wobei Ergebnisse der Natur- und Geisteswissenschaften gleichermaßen berücksichtigt werden. Die harmonikale Grundlagenforschung bemüht sich also um eine Synthese zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, indem sie die kausale Betrachtungsweise durch eine harmonikale ergänzt.